Strohhut statt Krone . . . . . Aus der SZ vom 04.10.2011

Powerfrau im Dienste des Weines

Von Ulrike Keller – Lieben Dank für die Teilnahme am Fanblock zum Finale!!

 
Foto: SZ/ Foto Kahle  

Ein großer Traum ist geplatzt. Binnen Sekunden steht Freitagabend fest: Sachsens Weinkönigin Juliane Kremtz ist bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin leer ausgegangen. Trotz des 24-Stunden-Einsatzes für die sächsischen Winzer, trotz wochenlanger Lernerei, meist nachts nach den Terminen, trotz abgeschlossenen Studiums, trotz Auslandserfahrung – und vor allem trotz souveränen, quasi perfekten, Auftritts im Vorentscheid und im Finale.

Fans sind erschüttert

Selbst unter Juroren herrscht Verwunderung in Neustadt an der Weinstraße. Die extra aus Meißen angereisten Fans sind erschüttert. Juliane Kremtz war als eine der Favoritinnen gehandelt worden. Nachdem die 23-Jährige gratuliert hat, braucht sie einen Moment für sich hinter der Bühne. Dann macht sie einfach weiter: gibt Fernsehinterviews, lächelt für Fotos, ist schlichtweg Profi. „Es wäre schön gewesen“, sagt die Meißnerin. „Aber ich muss mir noch anschauen, ob die anderen einen Zacken mehr Pfiff oder Glück hatten.“ Als gute Verliererin sieht sie sich nicht. Und ist es in dieser Situation gewiss.

Gewonnen hat sie dennoch: an Erfahrungen, die ihr die vergangenen elf Monate sächsischer Amtszeit als Intensivkurs beschert haben. Zu den ersten Lektionen gehörte die Geduld. Tante und „Lebensberaterin“ Ingrid Kremtz erinnert sich noch an die Unzufriedenheit ihrer Nichte nach der ersten Woche: „Juliane wurde mit ihren vielen Ideen ständig ausgebremst.“ Doch die Schütze-Natur lernte im Nu, welche Wirkung sie nach außen hat und wie sie diese bewusst für die Winzer einsetzen kann. Dass sie ehrgeizig an Zielen dran bleibt, ist schon immer ihr Stil. Dass sie nun etwas gelassener herangeht und das Drumherum stärker genießt, schreibt die Perfektionistin der Erfahrung mit der Krone zu.

Freies Reden geübt

Weinprinzessin Anja Fritz hat dutzende Termine mit Juliane Kremtz absolviert und die stärkste Veränderung beim Sprechen registriert. „Sie hat sehr daran gearbeitet, unvorbereitet Reden zu halten“, erzählt sie. „Inzwischen braucht sie nur ein paar Minuten, um sich auf die Situation einzufuchsen, und dann kann sie es wunderschön rüberbringen.“ Weinkönigin-Papa Reinhart Kremtz staunt vor allem über das „sichere und coole Auftreten“ seiner Tochter. In seinen Augen ist sie zu einer „Powerfrau von Welt“ geworden.

Juliane Kremtz selbst sieht ihren größten Entwicklungsschritt im Umgang mit den Medien. „Ich habe gelernt, mich geschickt auszudrücken, das Mikro richtig zu halten, den Moderator richtig anzugucken, richtig zu stehen“, verrät sie.

Nachdem sie ihre Sächsische Krone nun im November weiterreicht und keine neue Verantwortung im Dienste der Deutschen Krone übernimmt, ist für sie in Sachen Zukunft „die größte Tür aufgegangen“: die Tür zur großen weiten Arbeitswelt. Sobald der Terminmarathon es zulässt, beginnt die studierte Betriebswirtin für internationales Weinmarketing Bewerbungen zu schreiben – für einen Job im spanisch sprechenden Ausland. „Trotzdem bleibe ich Botschafterin für unseren Wein“, verspricht sie.

„Die moderne Weinkönigin“

Juliane Kremtz hat in ihrer Amtszeit neue Wege geebnet: Sie knüpfte Kontakt zu einem Kleidersponsor, gewann einen Fotografen für die Pressearbeit und akquirierte eine Grafikagentur, die Umsetzung und Kosten von Druckerzeugnissen übernimmt. Für ihre Nachfolgerin sucht sie noch einen Handysponsor.

Die 23-jährige Meißnerin gehört zu den aktivsten Gebietsweinköniginnen bei facebook. Sie möchte möglichst vielen einen Einblick geben, was hinter ihrem Amt steckt.

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ENDE Artikel Ulrike Keller
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Ein großer Dank geht an alle Fans von Juliane Kremtz und an die Sponsoren, die die Fahrt der Fans zur Wahl der Deutschen Weinkönigin nach Neustadt unterstützt haben.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Familie Kremtz, für die moralische und auch finanzielle Unterstützung in vielen verschiedenen Bereichen der Amtszeit ihrer Tochter Juliane.

 

Eingetragen in: Weinhoheiten unterwegs