Die Kalebstraube wird gebunden

Christin Lustik, Karl Friedrich Aust, Katja Riedel (v.l.n.r)

26. September 2013

Die Vorbereitungen für die Weinfeste sind voll im Gange.
Ganz wichtig hierfür die Kalebstraube zur Festeröffnung in Radebeul. Winzer Karl Friedrich Aust übernimmt hierfür seit zehn Jahren die Verantwortung. Anfangs knüpfte er die Traube  allein im Hof seines Weinguts bis er daraus einen Termin für die Weinmajestäten machte.
Was uns natürlich besonders freut, denn so etwas haben wir auch noch nie gemacht.
Daher begann das Binden auch etwas zögerlich, auch wenn wir unter Zeitdruck standen und in 2 Stunden der nächste Termin auf uns wartete.
Außerdem regnete es in Strömen aber wenn es sich jetzt ausregnet, hofften wir, dass es zum Weinfest schön wird. Und wir sollten Recht behalten.

Mit einem Drahtgestellt und zwei Kisten Müller-Thurgau begannen wir unser Werk. Friedrich zeigte uns, dass die Trauben mit „einer Schulter“ geeigneter sind als andere.
Die Traube wird am Stiel genommen, dann wird der Draht unter dem obersten kleinen Ast der Traube durch gefädelt und anschließend verdreht. Nun muss es am Drahtgestell befestigt werden: von unten nach oben.
Nach den ersten Trauben war Friedrich noch nicht ganz so glücklich. So nahmen wir einzelne Trauben wieder ab, hängten sie näher aneinander und halfen mit der Schere noch etwas nach um sie zu verschönern.
Schlussendlich war er doch zufrieden und belohnte uns mit Kaffee und Kuchen.

Eure WP Christin Lustik

Mehr zur Kalebstraube*1:
Die Kalebstraube spielt auf eine Erzählung aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 13 und 14 an. Aus der Wüste Paran schickte Mose zwölf Kundschafter aus, die das Land erkunden sollten. Josua und Kaleb brachten von ihrem Erkundungsgang nach 40 Tagen eine Rebe mit einer Weintraube, die sie zu zweit auf einer Stange trugen. Sie berichteten von einem Land, in dem Milch und Honig flössen. Die anderen zehn Kundschafter wiegelten jedoch die Israeliten gegen Josua und Kaleb bzw. gegen Mose auf und behaupteten, das Land Kanaan sei uneinnehmbar, woraufhin die beiden ihre Kleider zerrissen und das Volk ermahnten, auf Gott zu vertrauen. Zur Strafe mussten die Israeliten in der Wüste umherziehen, bis alle Zweifler umgekommen waren. Kaleb aber gelangte ans Ziel.
Die Traube war zunächst Sinnbild des Reichtums und Überflusses, wurde im Mittelalter außerdem zum Symbol des Erlösers am Kreuz. Viele Darstellungen der geschilderten Bibelszene zeigten später den vorderen Rebenträger als Vertreter des Judentums, das dem Christentum vorangeht, und den hinteren Träger als einen Heiden, der sich bekehren lässt und Christus nachfolgt.
Darstellungen der Szene waren zunächst meist in Kirchen und als Bibelillustrationen zu finden. Später wurden in Weinbaugebieten auch profane Gegenstände damit geschmückt und die religionsgeschichtliche Bedeutung der Szene geriet gegenüber dem Motiv der Freude und der gemeinsam getragenen Last wieder in den Hintergrund.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kalebstraube

Eingetragen in: Weinhoheiten unterwegs