Eine schöne Weinwanderung durch den Drosselgrund Meißen

 

 Bilder: Christin Lustik

Das Wetter am Samstag wurde nicht vielversprechend vorher gesagt. Aber „bei schönem Wetter kann ja jeder weinwandern“ dachten wir uns, und so machten wir uns trotz anhaltendem Sprühregen auf den Weg.

Treff war der Parkplatz unten auf Meisastraße in Meißen. Immerhin waren wir dann doch sieben Personen inkl. unserer Gästeführerin.

Zur Motivation gab es einen 2011er Goldriesling vom Rothen Gut. Gleich darauf starteten wir zur Leiziger Straße, wo man einen kurzen Blick auf die Proschwitzer Weinberge werfen kann. So erklärte uns Brigitte Lustik den Terrassenweinbau und das wir Sachsen uns das von den Baden-Württembergern abgeschaut haben.

 

Nun liefen wir weiter bis zum Kloster Heilig Kreuz, wo sich die älteste Traminer-Rebe Sachsens befindet: 150 Jahre alt soll sie sein. Da interessiert es mich schon, wie der Wein davon wohl schmeckt. Vielleicht gibt es ja dieses Jahr noch mal Gelegenheit, den zu probieren. Seit 2005 wird dieser Rebstock systematisch gepflegt. Bereits im Jahr 2006 wurden die ersten Trauben geerntet und zu dem historischen Traminer-Wein gekeltert. Er ist eine Rarität, die für besondere Anlässe bereit steht, die leider nur dem Verein vorbehalten ist.

 

 

Wir wanderten weiter über den Drosselgrund vorbei an den Junganlagen von Tim Strasser: ein schöner Gegensatz zu der sehr alten Traminerrebe. Hier wurde den Gästen erklärt, was das Jahr über im Weinberg geschieht und dass der Winzer mind. 20 mal um seinen Weinstock gehen muss, bevor er lesen kann. Aber diese Zahl variiert natürlich von Erzähler und Winzer.

Aber wir alle wissen, dass ein Weinberg einer Reihe von Pflegemaßnahmen bedarf, um eine rentable Anlage mit hoher Qualität und einer entsprechend langen Lebensdauer zu erhalten wie z.B. der Rebschnitt im Winter, die Erziehung, die Laubarbeiten, die Traubenausdünnung, die Bodenpflege und einer der Rebe angepassten Düngung. So steckt in jedem Wein sehr viel Arbiet und Hingabe des Winzers und Kellermeisters.

 

  Nach den zahlreichen nassen und lehmigen Schritte über den Weinberg erreichten wir das Rothe Gut Meissen und Tim Strasser begrüßte uns mit einem Müller-Thurgau. Diese wohlschmeckende Erfrischung gab neue Kraft um nun die neue Kellerei zu erkunden. Hier liegen noch ein paar 2012er Weine in Edelstahltanks und Holzfässern. Aber zum Glück sind einige gute Tropfen schon abgefüllt und stehen zum probieren bereit.
 

Der 2012er Helios eröffnete die Weinverkostung mit seinem Duft von weißen Holunderblüten, erinnerte geschmacklich an Maracuja und zeigte im Abgang etwas Muskat. Helios ist übrigens eine 1973 neu gezüchtete und pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte. Sie ist eine Kreuzung aus Merzlig, Syve-Villard und Müller-Thurgau. Der Name Helios stammt aus der Mythologie und bedeutet Sonnengott.

Abgelöst wurde der Helios von einem wohlschmeckenden Cuvée mit 9g Restzucker. Dann stießen wir noch mit meinem diesjährigen Lieblingswein von Tim Strasser an: dem Rosé. Das zartfruchtige Erdbeer-/Himbeeraroma und die Erinnerung an Karamell – ein Gedicht. Natürlich darf auch der Rotwein nicht fehlen und so schlossen wir die Weinverkostung mit einem schönem Spätburgunder ab.

Wir haben viel gesehen und gelernt und begeben uns zufrieden wieder auf den Heimweg.

Es war wirklich ein wunderschöner Tag.

Eure WP Christin

  

 

 

Eingetragen in: Weinhoheiten unterwegs