Die Sachsenkeule
In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte man durch die Wiederaufrebung mit reblausresistenten Unterlagsreben dem Weinbau in Sachsen eine neue Zukunft gegeben. Entscheidenden Anteil daran hatte der Landwirtschaftsrat Carl Pfeiffer. Er war aber nicht nur der Initiator der Wiederaufrebung, sondern entwickelte gemeinsam mit anderen Winzern auch die Idee, zur besseren Vermarktung des Elbtalweines, eine besondere Flaschenform zu gestalten. So entstand die Sachsenflasche mit ihrer bekannten Keulenform, die aber nur wenige Jahre im Gebrauch war.
Foto: Typische Sachsenkeule
Bald geriet sie in Vergessenheit. Nur einige Winzer bewahrten Exemplare dieses originellen Weingefäßes auf. 1988 wurde die Sachsenflasche aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Winzergenossenschaft durch die Kooperationsgemeinschaft Sächsischer Weinbau wieder in Gebrauch genommen. Maßgebliche Aktivitäten lagen dabei auch bei dem Weinbau Radebeul. Die Sachsenflasche generell einzuführen und sie zu einer landschaftstypischen Besonderheit gleich dem fränkischen Bocksbeutel zu machen, stehen aber nicht nur Genehmigungsvorschriften, sondern auch logistische Probleme entgegen. Mit der durch die Keulenform bedingten Punktauflage zwischen den einzelnen Flaschen im Karton, gegenüber der Linienauflage bei den sonst üblichen Flaschenformen, (bei Bocksbeutel sogar Flächenauflage) sind die Sachsenflaschen besonders bruchanfällig. Wenn insofern auch die generelle Einführung nicht möglich ist, für spezielle Abfüllungen wird die Sachsenflasche auch weiterhin genutzt und ist als Souvenir sehr gefragt. (W.Böhme)
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