20 Jahre Sächsische Weinstraße
Entwicklungsschritte einer Tourismusroute
Mehr als doppelt so viele Gäste im Sächsischen Elbland
Am Anfang verbuchte das Sächsische Elbland etwa eine halbe Million Über-nachtungen (1994). Heute sind es 1.370.000 (2011). Diese Zahlen umfas-sen alle gewerblichen Betriebe ab 9 Betten in der gesamten Ferienregion Sächsisches Elbland. Die Gäste kommen nicht allein wegen des Weines und der Weinstraße, aber sie kommen auch wegen des Weines, der Weinfeste und Weinerlebnisse! Denn zu den mannigfaltigen Erlebnismöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten gehört die Sächsische Weinstraße seit 20 Jahren als ein entscheidender Bestandteil dieser Erlebnisvielfalt dazu.
Ausbau der touristischen Infrastruktur
Zählte das Sächsische Elbland Anfang der 90er Jahre gerade einmal knapp 5.000 Betten, so sind es 2011 doppelt so viele (9924). In Meißen gab es 1992 kein einziges geöffnetes Hotel. Der Elberadweg wurde gebaut, 1995 mit seiner Vermarktung begonnen. Moderne Tourist-Informationen an der Sächsischen Weinstraße wie im Canaletto-Haus in Pirna, in Radebeul direkt an der Weinstraße, im Zentralgasthof in Weinböhla oder im Haus des Gastes in Diesbar-Seußlitz entstanden in den letzten Jahren. Die Sächsische Weinstraße wurde mit den braun-weißen touristischen Hinweiszeichen 1995/96 ausgeschildert. Kultureinrichtungen werden modernen Trends an-gepasst wie das derzeit im Karl-May-Museum in Radebeul erfolgt. Neue Freizeiteinrichtungen öffneten ihre Pforten für Einheimische und Urlauber.
Immer mehr Weingüter und Weinfeste
Mit der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen, dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth, den Weingüter Vincenz Richter und Jan Ulrich sowie Lehmanns Seußlitzer Weinstuben existierten gerade einmal 5 sächsische Weingüter im Jahr 1992. Als die „Tage des offenen Weingutes in Sachsen“ im Jahr 2000 erstmals stattfanden, beteiligten sich 19 Weinbaubetriebe da-ran. 2012 werden es 32 Weingüter auf beiden Seiten der Elbe sein – mit etwa 15.000 Besuchern. Am letzten Augustwochenende ein Pensions- oder Hotelzimmer zu bekommen, wird immer schwerer, manche Besucher bu-chen gleich ein Jahr im Voraus – so wie bei den großen Weinfesten der Re-gion. Die Weinveranstaltungen sind in Anzahl und Qualität immens gestiegen. Vor einigen Jahren berichtete man von insgesamt 70.000 Weinfestbesuchern in Meißen und Radebeul, mittlerweile sind es mehr als 100.000. Wie gut, dass es da noch weitere Weinfeste in Weinböhla, Pirna, Diesbar-Seußlitz und weiteren Orten gibt sowie die zahlreichen Veranstaltungen der großen und kleinen Weingüter.
Weingastronomie mit Qualität
Seit Bestehen der Weinstraße fragen die Touristen nach gastronomischen Empfehlungen. Zur Lösung dieser Problematik wurde 1995 das Prädikat „Besonders empfohlen an der Sächsischen Weinstraße“ entwickelt – in Zu-sammenarbeit des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland mit dem Weinbauverband Sachsen und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenver-band Sachsen, Regionalverband Dresden. Die Kriterien und Bewerbungs-modalitäten werden regelmäßig der aktuellen Entwicklung angepasst. Ge-rade im 20. Jahr der Sächsischen Weinstraße gab es die umfangreichsten Änderungen – um das Niveau der Weingastronomie weiter anzuheben und das Prädikat noch bekannter an der Sächsischen Weinstraße zu machen. 1995 erhielten 25 Gaststätten die Auszeichnung, aktuell sind es 19 Gast-stätten. Das Prädikat hat eine Gültigkeit von 3 Jahren; im Laufe der Jahre wurden rund 50 Weinlokale geprüft. Ziel ist die Herausbildung einer festen Gemeinschaft, die die herausragende Qualität hinsichtlich des Weinangebo-tes und der Beratungskompetenz in weinfachlichen und weintouristischen Belangen tagtäglich unter Beweis stellt.
„Urlaub beim Winzer“
Diese besondere Urlaubsform hat immer mehr an Bedeutung gewonnen. Anfangs boten ausschließlich Kleinwinzer private Urlaubsunterkünfte an. Heute ist deren Zahl gestiegen, aber auch unmittelbar in den Weingütern übernachten zu können, ist möglich, beispielsweise im Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe, im Weinhaus Schuh, in den Weingütern Mari-aberg und Hoflößnitz oder bei Merkers, Lehmanns und Bernd Kämpfe.
Wandern und Radfahren im Weinanbaugebiet
Der Sächsische Weinwanderweg wurde im Oktober 2004 eingeweiht. Diese 90 km lange Route führt von Pirna bis nach Diesbar-Seußlitz durch die schönsten Weinberge, zu Aussichtspunkten und weinbezogenen Sehens-würdigkeiten. Einige Reiseveranstalter in der Region nahmen kurze Zeit nach Einweihung des Sächsischen Weinwanderweges diesen als Mehrtages-wanderung mit Gepäcktransport in ihre Angebotspalette auf. – Der erfolg-reiche Elberadweg führte zur Entstehung zahlreicher neuer Radrouten mit Anbindung zum Elberadweg, auch unter- oder oberhalb von Weinbergen wie in Radebeul oder Diesbar-Seußlitz. Und seit diesem Jahr ist das Meistern der Höhenanstiege von der Elbe hinauf zu den Hochebenen links und rechts des Flusses auf bequeme und moderne Weise möglich – nämlich mit Elektrofahrrädern, so genannten E-Bikes. Derzeit wird ein Netz von Ausleih- und Akku-Aufladestationen im Sächsischen Elbland geschaffen.
Staatlich anerkannte Erholungsorte an der Sächsischen Weinstraße
Zum Aushängeschild für die Erholungsqualität wurde das deutschlandweite Zertifikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“. An der Sächsischen Wein-straße haben diese Auszeichnung mit den umfangreichen Prüfungen die Orte Weinböhla 2002 und Diesbar-Seußlitz 2011 errungen.
Erfindungsreichtum bei der Angebotsentwicklung
Neuigkeiten in Sachen Urlaubs- und Reiseangebote gab es seit Einweihung der Sächsischen Weinstraße immer wieder zu verkünden. Dazu gehörten beispielsweise kulinarische Stadtrundgänge mit Kostproben einheimischer Weine und Spezialitäten, geführte Weinwanderungen und Sonderausstel-lungen anlässlich der Jubiläen „400 Jahre Trockenmauern in Sachsen“ oder „850 Jahre Weinanbau in Sachsen“.
Reiseveranstalter in Dresden und Meißen beweisen, wie innovativ regionale Besonderheiten zu teilweise einzigartigen Weinerlebnissen verbunden wer-den können. Da werden Weinverkostungen in der Lößnitzgrundbahn ange-boten, Schifffahrten mit Führungen in Weingütern oder durch historische Orte kombiniert, Weinwanderungen mit einem Winzerbuffet im Landgast-haus verknüpft. Auch die „Paarung“ von Wein und Porzellan ist geglückt – ob beim „Menü auf Weissem Gold“ oder bei der kulinarischen Veranstaltung „Meissener Porzellan und Wein“. Neben der Porzellan-Manufaktur Meissen zeigen weitere Unternehmen ihre Kreativität, wenn es um den tief in der Region verwurzelten Weinanbau geht. So lädt die Verkehrsgesellschaft Meißen seit 2010 zu einer Stadtrundfahrt in Kleinbussen durch die histori-sche Altstadt Meißen mit einem „Abstecher“ auf die andere Elbseite zur WeinErlebnisWelt der Sächsischen Winzergenossenschaft ein. Nach einer Führung durch die tiefen alten Weinkeller und dem Besuch in der modernen Vinothek können die Gäste später wieder in den Kleinbus steigen und auf den Burgberg oder zur Manufaktur fahren.
Aber auch ehrenamtlich wirkende Vereine und Privatpersonen engagieren sich allerorten an der Sächsischen Weinstraße. Sie bieten Führungen durch Parkanlagen, Kirchen und Schlösser an den Wochenenden an, sorgen dafür, dass Heimatstuben und Aussichtstürme zugänglich sind. Sie organisieren Feste und Veranstaltungen wie beispielsweise das Sörnewitzer Federweißerfest oder den Sächsischen Weinwandertag, der 2012 erstmals im Rahmen des deutschen Weinwanderwochenendes am 29. April stattfindet.
Weinbauverband Sachsen e.V.
Fabrikstraße 16
01662 Meißen
Tel.: 03521/763530
Fax: 03521/763540
info@weinbauverband-sachsen.de
www.weinbauverband-sachsen.de
Website der Sächsischen Weinhoheiten
www.saechsische-weinkoenigin.de