Auf der Festung Königstein – Sächsische Prinzessinnen im Einsatz

Riesenfass voll leerer Glasflaschen

Nachtrag aus dem Veranstaltungsbuch, . . .

Weinprinzessin Anja und Sektprinzessin Heike sind Ende Mai anlässlich der Einweihung des Riesenfasskellers auf der Festung Könistein im Elbsandsteingebirge im Einsatz des sächsischen Weins gewesen.

(Textauszug aus der SZ 21.05.2011, Fotos: Heike)

Das alte – das insgesamt dritte und größte – Riesenweinfass auf dem Königstein stammte aus dem 18.Jahrhundert. Es wurde einmal mit Wasser und zweimal mit sächsischem Landwein gefüllt. Sagenhafte 238600 Liter passten hinein – „3709 Dresdner Eymer, 640 Eymer mehr als das große Fass zu Heidelberg“, wie es Pöppelmann stolz auf einem Kupferstich von 1725 vermerkte. Matthäus Daniel Pöppelmann hatte das Weinfass im Auftrag Augusts des Starken bauen lassen und damit den Pfälzern gezeigt, dass die Sachsen auch als Böttcher und Küfer die Größten sind.

Das Königsteiner Fass war knapp elf Meter hoch, knapp zehn Meter lang und hatte eine Spundtiefe von 6,60 Metern. Es war aus Görlitzer Eichenholz gemacht und wurde von 32 eisernen Reifen zusammengehalten, von denen jeder 300 kg wog. Ein fröhlicher Bacchus, Trauben und Blätter zierten den Fassspiegel. Und auf einer seitlichen Konsole standen Trinkpokale, von denen einige heute im Grünen Gewölbe ausgestellt sind.

Doch schon 1770 bekam das Fass undichte Stellen. Es war durchgefault. Der Wein musste komplett abgezogen werden. Man wusste sich jedoch zu helfen und versteckte ein normales Weinfass im Bauch des Riesenfasses, sodass der Kurfürst seine Gäste weiterhin beeindrucken konnte. Nicht einmal 100 Jahre waren dem Königsteiner Fass beschieden. 1818 schon war es hinüber und musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Das Heidelberger Fass dagegen existiert heute noch.
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Auf der Festung blieb vom Riesenfass nur noch eine Schale aus Lindenholz mit Blättern und Trauben. Sie wurde restauriert und kann in der Ausstellung „Auf Bildern entdeckt & im Fundus gefunden“ im Torhaus der Festung bestaunt werden. Stahl und Glas sind die Materialien, aus dem das neue Fass entsteht. Der Stuttgarter Architekt, Ausstellungsgestalter und Bühnenbildner Hans Dieter Schaal, der an der neuen Dauerausstellung auf der Festung arbeitet, hatte die Idee mit den grünen Weinflaschen. Er entwickelte eine moderne Installation, die eine Anmutung des Originalfasses zeigt und die Besucher vom 18. ins 21.Jahrhundert führen will. Licht und Musik sollen die passende Atmosphäre schaffen. Der Berliner Filmkomponist Andreas Lehmann hat für den Fasskeller ein Stück geschrieben.

Tausende Weinflaschen wurden in das Stahlkorsett eingefädelt. Das ist nur in Handarbeit zu machen und für die Männer des Art Department Studios Babelsberg kein Problem. Die Arbeit am Fass ist für sie sogar etwas Besonderes: „Wenn wir Kulissen bauen, sind die nur im jeweiligen Film zu sehen. Dann verschwinden sie. Auf dem Königstein schaffen wir etwas Bleibendes“, sagt Bauleiter Gert-Michael Henning. Ende Mai soll der Weinkeller unter der Magdalenenburg für Besucher geöffnet werden. Einen guten Schluck sächsischen Wein kann man dort künftig bei jeder Führung genießen. Eine kleine Ausstellung in den an den Keller grenzenden, frisch sanierten Böttcherräumen erzählt die Geschichte des barocken Riesenfasses, zeigt Reproduktionen von Kupferstichen aus dem 18.Jahrhundert und Fotos der Trinkpokale.

Die Festung Königstein ist täglich 9 bis 18 Uhr geöffnet. Seit 30. Mai gibt es täglich 15 Uhr eine Sonderführung.

Weinprinzessin Anja + Sektprinzessin Heike
Eingetragen in: Weinhoheiten unterwegs